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Münster / Borken, 31. September 2018  

Caritas: Freiwilligendienste stärken statt Zwang

Pflichtdienst kann keine Lösung für Pflegenotstand sein / Ehrenamtliches Engagement sollte unterstützt werden

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Sie unterstützen die Fachkräfte und haben Zeit für die Bewohner von Altenheimen:
Junge Freiwillige sind ein großer Gewinn in der sozialen Arbeit.
(Foto: Harald Westbeld/Caritas Münster)

Münster (cpm). Wenn die Politik mehr Engagement für die Gesellschaft will, kann Zwang keine Lösung sein. Die Überlegungen zu einem Pflichtdienst lehnt der münstersche Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann ab und betont stattdessen eine lange erhobene Forderung der Caritas: "Wir sollten stattdessen die erfolgreichen Freiwilligendienste in ihrem Charakter stärken".

Sowohl das Freiwillige Soziale Jahr (FSJ) als auch der Bundesfreiwilligendienst (BFD) seien "als Bildungsmaßnahmen mit mehreren, über das Jahr verteilten Seminarwochen angelegt", erklärt Kessmann. Dieser Teil werde immer wichtiger, wie die Erfahrungen insbesondere im Bundesfreiwilligendienst zeigten.

"Die jungen Erwachsenen, die freiwillig in unseren Verbänden und Einrichtungen mitarbeiten, sind ein großer Gewinn", sagt der Diözesancaritasdirekor. Sie als Lückenbüßer zu verpflichten wäre dagegen völlig falsch. Nach wie vor brauche es für die Pflege alter und kranker Menschen gut ausgebildete und entsprechend bezahlte Fachkräfte. Die Freiwilligen könnten sie nur in ihrer Arbeit unterstützen.

Ohne Frage sei unsere Gesellschaft für ein gutes Zusammenleben auf das ehrenamtliche Engagement ihrer Bürger angewiesen. Aber das sei eben nicht erzwingbar, sondern die Freiwilligkeit müsse gefördert werden. Da sieht Kessmann durchaus noch Möglichkeiten: "Wir brauchen weniger Bürokratie und mehr Anerkennung".

053-2018 (hgw) 29. August 2018

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