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Münster / Borken, 5. Mai 2017  

DiCV: Offene Ganztagsschule - ein Erfolgsmodell trotz Sparflamme

Offene Ganztagsschulen (OGS) müssen auskömmlich finanziert wer­den / Kampagne "Gute OGS darf keine Glückssache sein"

Münster (cpm). Seit 14 Jahren ist die OGS ein Erfolgsmodell, wird aber vom Land immer noch auf Sparflamme betrieben. Das Interesse der Eltern an der Offenen Ganztagsgrundschule ist groß, die Anmeldezahlen wachsen stetig. Aber ob ihre Kinder wirklich in hoher Qualität betreut werden können, hängt nicht zuletzt vom Wohnort ab. "Vermögende Kommunen können die magere Landesförderung ergänzen, aber wenn sie in der Haushaltssicherung sind, dürfen sie es nicht", beschreibt Marita Haude, Referatslei­terin Kinder-, Jugend- und Familienhilfe die anhaltende Misere. Die Caritas in der Diözese Münster unterstützt deshalb die Kampagne der Freien Wohlfahrtspflege NRW "Gute OGS darf keine Glückssache sein", die noch bis zum 12. Juli läuft.

Rund 80 Prozent der OGS-Plätze werden von den Wohlfahrtsverbänden angeboten. In der Diözese Münster sind 19 Verbände und Einrichtungen der Caritas an über 100 Schulen aktiv und begleiten dort rund 8.000 Schüler. Sind sie nur auf den Zuschuss von 994 Euro des Landes und dem Pflichtanteil von 435 Euro der Kommune angewiesen, sei es kaum möglich, genügend Fachpersonal dafür zu beschäftigen, erklärt Haude.

Für einen gut ausgestatteten OGS-Platz werden mindestens 3.000 Euro im Jahr benötigt, hat der Direktor der Duisburger Caritas, Ulrich Fuest, für seine OGS errechnet. Nur dann könne ein hochwertiges Bildungsangebot in gut ausgestatteten Räumen mit ausgebildeten Fachkräften angeboten werden. Entsprechend sei eine deutliche Erhöhung der Förderbe­träge sowohl des Landes wie auch der Kommunen notwendig.

"Kinder brauchen Verlässlichkeit", sagt Marita Haude: "Wir beschäftigen deshalb fest angestellte Mitarbeiter, die nach Tarif bezahlt werden." Insofern seien auch immer wieder neue Ausschreibungen schädlich, um den billigsten Anbieter zu finden. Denn dies führe auch zu befristeten Verträgen.

Mit Aktionen vor Ort wie zum Beispiel einem Malprojekt an verschiedenen OGS in Duis­burg werden die Träger auf den Mangel aufmerksam machen. Für den 12. Juli ist eine gemeinsame Schlusskundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf geplant.

029-2017 (hgw) 5. Mai 2017